Nasenrückenerhaltend operieren: Dorsal Preservation erklärt
Bei der nasenrückenerhaltenden Nasenkorrektur wird der Nasenrücken nicht abgetragen und neu aufgebaut, sondern als gewachsene Einheit abgesenkt. Was die Technik erhält, für wen sie passt — und zwei Fälle im Profil.
Bei einer klassischen Nasenkorrektur wird der Nasenhöcker abgetragen und der entstandene Nasenrücken anschließend neu gefügt. Die nasenrückenerhaltende Technik geht einen anderen Weg: Sie lässt die gewachsene Rückenlinie bestehen und senkt sie als Ganzes ab.
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- Das Prinzip: Der Nasenrücken bleibt als gewachsene Einheit erhalten und wird tiefer angesetzt — an der Nasenscheidewand und unterhalb der Nasenwurzel.
- Der Vorteil: Keine Fläche wird neu gefügt, also können sich dort auch keine Kanten abzeichnen.
- Nicht generell überlegen: Es gibt Befunde, bei denen ein struktureller Aufbau die bessere Lösung ist.
- Zwei Fälle im Profil: einmal von DDr. Jessica Wittmann, einmal von Dr. Christoph Grill operiert.
Was „nasenrückenerhaltend" bei einer Nasenkorrektur bedeutet
Der Nasenrücken ist keine glatte Platte, sondern ein Dach aus zwei Seitenwänden, die sich oben treffen — knöchern im oberen Drittel, knorpelig darunter. Über Jahre ist dieses Dach als Einheit gewachsen, mit einer eigenen Linie und eigenen Übergängen zu den Nasenseitenwänden.
Bei der strukturellen Septorhinoplastik wird dieses Dach geöffnet, der Höcker abgetragen und das Dach anschließend wieder zusammengefügt. Das ist ein bewährtes Verfahren mit guten Ergebnissen — es verlangt aber, dass die neu gefügte Fläche sorgfältig geglättet und bei dünner Haut gepolstert wird.
Bei der Dorsal Preservation bleibt das Dach geschlossen. Die Höhe wird nicht am Rücken selbst weggenommen, sondern tiefer: an der Nasenscheidewand und unterhalb der Nasenwurzel. Der Rücken senkt sich dadurch als Ganzes ab, der Höcker verschwindet — und die gewachsene Linie bleibt die gewachsene Linie.
Was die Technik erhält
| Aspekt | Strukturelle Septorhinoplastik | Dorsal Preservation |
|---|---|---|
| Nasenrückenlinie | Wird abgetragen und neu aufgebaut | Bleibt als Einheit erhalten, wird abgesenkt |
| Ort der Höhenreduktion | Am Nasenrücken selbst | An der Nasenscheidewand, unterhalb der Nasenwurzel |
| Bei dünner Haut | Übergänge müssen sorgfältig gepolstert werden | Geringeres Risiko sichtbarer Unregelmäßigkeiten |
| Langfristige Stabilität | Gut, wenn das Gerüst konsequent aufgebaut wird | Hoch, weil die tragende Struktur nicht unterbrochen wird |
| Besonders geeignet, wenn | Die Nasenscheidewand stark verformt ist, Material fehlt oder der Rücken erhöht werden soll | Ein Höcker gesenkt werden soll, die Haut dünn ist und die Rückenlinie erhaltenswert ist |
Die ausführliche Gegenüberstellung beider Prinzipien finden Sie auf der Seite Operationsmethoden.
Fall 1: Nasenkorrektur, 38 Jahre — operiert von DDr. Jessica Wittmann
Die Patientin war durch die Form ihrer Nase beeinträchtigt. Im Profil störte sie vor allem der Höcker — an der übrigen Nase störte sie nichts. Ausdrücklicher Wunsch war, keinen Schwung im Nasenrücken zu bekommen.
Durchgeführt wurde eine Septorhinoplastik in Dorsal-Preservation-Technik von DDr. Jessica Wittmann.


Dieser Fall ist ein Lehrbeispiel für die Indikation. Zwei Angaben aus der Falldokumentation geben die Richtung vor: An der übrigen Nase störte nichts, und es sollte ausdrücklich kein Schwung im Nasenrücken entstehen.
Beides spricht für den nasenrückenerhaltenden Weg. Wenn nur der Höcker weg soll und der Rest der Nase gefällt, ist jede Maßnahme, die über das Nötige hinausgeht, ein unnötiges Risiko. Und der Wunsch nach einer geraden statt geschwungenen Rückenlinie lässt sich gut erfüllen, wenn die vorhandene Linie erhalten bleibt und nur tiefer gesetzt wird.
Bei ihren Nasenoperationen arbeitet DDr. Jessica Wittmann zusätzlich mit dem Projectometer und misst die Höhe des Nasenrückens im Operationssaal — gerade bei dieser Technik, bei der es um die Absenkung einer erhaltenen Linie geht, ist das eine naheliegende Kontrolle.
Fall 2: Nasenkorrektur, 27 Jahre — operiert von Dr. Christoph Grill
Die Patientin wünschte sich eine harmonischere Nasenform bei natürlichem Profil.
Durchgeführt wurde eine offene Septorhinoplastik in der Dorsal-Preservation-Technik (nasenrückenerhaltend) von Dr. Christoph Grill.


„Natürliches Profil" ist der Wunsch, der in unseren Beratungsgesprächen am häufigsten fällt — und die nasenrückenerhaltende Technik kommt ihm entgegen. Eine Rückenlinie, die nie geöffnet wurde, wirkt in der Regel so, wie eine Nasenlinie eben wirkt: zusammenhängend, ohne Absatz, ohne den feinen Bruch, den eine neu gefügte Fläche hinterlassen kann.
Der offene Zugang ist dabei kein Widerspruch. „Offen" beschreibt den Weg zum Gerüst über einen feinen Schnitt am Nasensteg, „nasenrückenerhaltend" beschreibt, was mit dem Nasenrücken geschieht. Beides lässt sich kombinieren.
Auch bei zu langer Nase möglich
Die Technik ist nicht auf Höcker beschränkt. Bei einer 26-jährigen Patientin, die ihre Nase als zu lang und zu stark hervorstehend empfand und sich eine kürzere, rotierte Nasenspitze wünschte, wurde ebenfalls eine offene Septorhinoplastik in Dorsal-Preservation-Technik durchgeführt — von Dr. Christoph Grill.
Das zeigt: Erhalten wird der Nasenrücken. Alles, was an der Spitze geschieht — Rotation, Verkürzung, knorpelgestützte Stabilisierung —, bleibt davon unberührt und wird wie sonst auch geplant.
Wann die Technik nicht passt
Diese Einordnung ist uns wichtig: Die Dorsal Preservation ist nicht generell überlegen. Sie ist für viele Befunde die schonendere Wahl, aber es gibt Ausgangslagen, in denen ein struktureller Aufbau die bessere Lösung ist:
- wenn die Nasenscheidewand stark verformt ist
- wenn nach Voroperationen Material fehlt
- wenn der Nasenrücken nicht gesenkt, sondern erhöht werden soll
Genau deshalb legen wir uns nicht auf eine Technik fest, sondern wählen sie nach dem Befund. Dazwischen liegen die Hybrid-Techniken: Ein Teil des Nasenrückens wird erhalten, andere Strukturen werden gezielt modifiziert. So bleiben die Vorteile der Dorsal Preservation bestehen, ihre Anwendungsmöglichkeiten werden aber erweitert.
Was die Technik für die Heilung bedeutet
Eine Frage, die in der Beratung regelmäßig kommt: Geht die Heilung schneller, wenn der Nasenrücken erhalten bleibt?
Die ehrliche Antwort lautet: Der grobe Zeitplan ist derselbe. Die Schiene bleibt sieben bis zehn Tage, die sichtbaren Schwellungen und Verfärbungen klingen in den ersten zwei Wochen deutlich ab, arbeitsfähig sind die meisten nach drei bis sieben Tagen, Sport ist nach vier bis sechs Wochen schrittweise wieder möglich. Das endgültige Ergebnis zeigt sich nach sechs bis zwölf Monaten, bei dicker Haut später.
Was sich unterscheiden kann, ist das Detail am Nasenrücken. Weil dort keine Fläche neu gefügt wurde, gibt es auch keine Fuge, die über Monate einheilen müsste, und keine Kante, die sich bei dünner Haut später abzeichnen könnte. Die Rückenlinie, die nach der Schienenabnahme sichtbar wird, ist in der Regel schon sehr nahe an der endgültigen.
Die Nasenspitze dagegen verhält sich wie bei jeder anderen Technik auch: Sie schwillt zuletzt ab und braucht die meiste Geduld.
Wie die Entscheidung fällt
In der Erstberatung, die über eine Stunde dauert, werden drei Dinge geklärt: die Form des Höckers und der Rückenlinie, die Stabilität und Form der Nasenscheidewand und die Dicke Ihrer Haut. Erst daraus ergibt sich, welcher Weg sinnvoll ist.
Anschließend wird das Ergebnis an der Vectra-3D-Simulation durchgespielt. Die Entscheidung fällt an Ihrer Untersuchung und an der Simulation, nicht am Katalog. Für die Knochenarbeit kommt in beiden Fällen das Piezotom zum Einsatz — ein Ultraschall-Instrument, das Knochen schneidet und glättet, Weichteile und Gefäße dabei aber unberührt lässt.
Häufige Fragen
Ist die nasenrückenerhaltende Technik schonender? Bei passendem Befund ja — weil keine Fläche neu gefügt werden muss und die tragende Struktur nicht unterbrochen wird. „Schonender" heißt aber nicht „für jeden geeignet". Die Auswahl erfolgt am Befund.
Kommt der Höcker zurück, wenn der Nasenrücken erhalten bleibt? Die Höhe wird tiefer weggenommen, nicht am Rücken selbst — die abgesenkte Position ist das Ergebnis, nicht eine vorübergehende Verschiebung. Wie bei jeder Nasenkorrektur gilt: Das endgültige Ergebnis zeigt sich erst nach Monaten.
Kann ich mir die Technik aussuchen? Sie können sie besprechen, und wir erklären Ihnen gern, warum wir in Ihrem Fall zu der einen oder anderen raten. Was wir nicht tun: eine Technik anwenden, die zum Befund nicht passt, weil sie gerade viel genannt wird.
Ihr nächster Schritt
Sie möchten wissen, ob Ihre Nase für die nasenrückenerhaltende Technik geeignet ist? Vereinbaren Sie Ihren unverbindlichen Beratungstermin oder rufen Sie uns unter +43 1 358 28 85 an. Weitere Fälle mit allen drei Ansichten finden Sie in den Erfahrungsberichten.