Sattelnase & Nasenaufbau.
Bei einer Sattelnase ist der Nasenrücken eingesunken — das Profil wirkt eingedellt, die Nasenspitze oft nach oben gedreht. Eine Sattelnase kann nach einem Unfall, nach Voroperationen, durch entzündliche Erkrankungen oder anlagebedingt entstehen. Beim Nasenaufbau stellen wir die natürliche Höhe und Struktur des Nasenrückens wieder her — bevorzugt mit körpereigenem Knorpel.
Wenn dem Nasenrücken die Stütze fehlt.
Bei einer Sattelnase ist der Nasenrücken — meist im mittleren und unteren Drittel — eingesunken. Im Profil entsteht der charakteristische „Sattel", die Nase wirkt verkürzt und die Spitze häufig angehoben. Ursache ist ein Mangel an stützender Struktur: Knorpel oder Knochen, der die Nase normalerweise in Form hält, fehlt oder hat an Stabilität verloren.
Die Gründe reichen von Unfällen und Verletzungen über vorangegangene Operationen bis hin zu entzündlichen Erkrankungen oder einer anlagebedingten Schwäche. Weil die Stütze der Nase auch ihre Funktion trägt, ist eine Sattelnase nicht selten mit einer behinderten Atmung verbunden.
Warum werden Knorpel verpflanzt?
Univ.-Doz. Dr. Rafic Kuzbari erklärt, warum bei Nasenkorrekturen Knorpel verpflanzt werden und wie sie die Form langfristig stabilisieren.
Warum die Nasenscheidewand das tragende Bauteil ist.
Die Nase steht nicht, weil ihre Haut straff ist, sondern weil ein Gerüst sie von innen trägt. Das wichtigste Element dieses Gerüsts ist die Nasenscheidewand: eine Platte aus Knorpel und Knochen, die senkrecht in der Mitte steht. Ihr vorderer und ihr oberer Rand bilden zusammen einen L-förmigen Träger — er hält den Nasenrücken auf Höhe und die Nasenspitze in Position. Bricht dieser Träger ein, sinkt die Nase in sich zusammen.
Genau das ist eine Sattelnase. Der Nasenrücken senkt sich vor allem im mittleren und unteren Drittel ab, im Profil entsteht die charakteristische Mulde. Weil die Stütze auch die Spitze hält, dreht sich diese häufig mit nach oben; die Nase wirkt dadurch zusätzlich verkürzt und die Nasenlöcher werden von vorn sichtbarer. In ausgeprägten Fällen verbreitert sich zudem die Nasenbasis, weil das eingesunkene Gerüst das Weichgewebe nach außen drängt.
Man unterscheidet grob drei Ausprägungen, und sie verlangen sehr unterschiedliche Operationen. Leicht: Nur die Linie des Nasenrückens ist eingesunken, die tragende Struktur ist im Kern intakt — hier genügt häufig eine Auflage aus Knorpel, um das Profil wiederherzustellen. Mittelgradig: Der Träger hat an Höhe verloren, die Spitze ist mitbetroffen — es braucht Aufbau und eine neue Abstützung der Spitze. Ausgeprägt: Der tragende L-Träger ist weitgehend verloren — er muss neu gebaut werden, in der Regel aus Rippenknorpel, weil nur dieser die nötige Menge und Festigkeit mitbringt.
Diese Einordnung treffen wir bei der Untersuchung — von außen, von innen und im Tastbefund. Sie entscheidet über Aufwand, Knorpelquelle, Operationsdauer und über den Zeitraum, in dem Sie mit dem Endergebnis rechnen können.
Wie eine Sattelnase entsteht
Die Ursache verändert die Planung — vor allem, weil sie bestimmt, wie viel Gewebe vernarbt ist und wie viel Material noch zur Verfügung steht.
-
Unfall und Bruch
Ein Stoß kann die Nasenscheidewand einknicken, ohne dass es von außen sofort auffällt. Sinkt der Nasenrücken erst Wochen später ein, wird der Zusammenhang häufig nicht erkannt. Für die Rekonstruktion ist entscheidend, wie viel des tragenden Knorpels erhalten geblieben ist.
-
Bluterguss in der Nasenscheidewand
Sammelt sich nach einer Verletzung Blut zwischen Knorpel und Schleimhaut, wird der Knorpel von seiner Ernährung abgeschnitten und kann innerhalb von Tagen zugrunde gehen. Das ist einer der wenigen echten Notfälle der Nasenchirurgie — und eine häufige Ursache für Sattelnasen, die erst Jahre später auffallen.
-
Nach einer Voroperation
Wurde bei einem früheren Eingriff viel Knorpel entnommen oder der tragende Randstreifen geschwächt, kann der Nasenrücken über Monate nachgeben. Vier von zehn Nasenoperationen im Kuzbari Zentrum sind Zweitoperationen an einer bereits voroperierten Nase; solche Fälle nehmen wir bewusst an.
-
Entzündliche Erkrankungen
Bestimmte entzündliche und rheumatologische Erkrankungen können den Knorpel der Nasenscheidewand angreifen. Hier ist die Abklärung und Behandlung der Grunderkrankung der erste Schritt — rekonstruiert wird erst, wenn die Erkrankung stabil eingestellt ist.
-
Schädigung der Nasenschleimhaut
Anhaltende Reizung oder Schädigung der Schleimhaut kann zu einem Loch in der Nasenscheidewand und in der Folge zum Verlust der Stütze führen. Auch hier gilt: Zuerst muss die Ursache abgestellt sein, dann wird rekonstruiert.
-
Anlagebedingte Schwäche
Seltener ist der Nasenrücken von jeher flach, ohne dass eine Verletzung oder Erkrankung vorausgegangen wäre. Das Gewebe ist dann unvernarbt, die Struktur intakt — der Aufbau ist in diesen Fällen besser vorhersehbar als nach einer Voroperation.
Sattelnase & Nasenaufbau auf einen Blick
| Ziel der Operation | Aufbau und Stabilisierung des Nasenrückens, Wiederherstellung von Profil und Atmung |
|---|---|
| Dauer der Operation | 1 – 4 Stunden |
| Arbeitsfähig | Nach 3 – 7 Tagen |
| Gesellschaftsfähig | Nach 1 – 3 Wochen |
| Erholung Sport | 4 – 6 Wochen |
| Endergebnis | 6 – 12 Monate in seltenen Fällen auch später |
| Spezialisten | Kuzbari, Grill, Wittmann |
Stabile Struktur aus eigenem Knorpel.
Für den Aufbau eines eingesunkenen Nasenrückens setzen wir bevorzugt auf körpereigenen Knorpel — er wächst ein, wird vom Körper als eigenes Gewebe angenommen und bietet eine natürliche, dauerhaft stabile Grundlage. Je nach benötigter Menge kommt Knorpel aus der Nasenscheidewand, der Ohrmuschel oder dem Rippenbereich infrage.
Welcher Weg in Ihrem Fall der beste ist, klären wir gemeinsam in der Beratung — abgestimmt auf Ihre Anatomie, Ihre Hautbeschaffenheit und Ihr Wunschergebnis.
Wie dick ist Ihre Haut?
Beim Nasenaufbau spielt die Hautbeschaffenheit eine wichtige Rolle für das Ergebnis — Univ.-Doz. Dr. Kuzbari erklärt, warum.
Den Träger wieder aufbauen — nicht nur die Delle auffüllen.
Der wichtigste Unterschied bei der Sattelnase ist der zwischen Auffüllen und Tragen. Eine Delle am Nasenrücken lässt sich mit einer Auflage optisch ausgleichen — das sieht anfangs gut aus, ändert aber nichts daran, dass die Nase innen keine Stütze mehr hat. Über die Jahre sinkt sie weiter ein, die Nasenspitze dreht sich weiter nach oben, und die Auflage wird als Fremdkörper unter dünner Haut sichtbar. Deshalb ist unser Grundsatz: Wir bauen den Träger wieder auf, nicht die Oberfläche.
Wiederaufbau des L-Trägers. Ist die tragende Struktur der Nasenscheidewand verloren, wird sie ersetzt: ein kräftiger Knorpelstreifen entlang der vorderen Kante, ein zweiter entlang des Nasenrückens, beide fest miteinander und mit dem verbliebenen Knochen verbunden. Dieser Aufbau trägt anschließend die gesamte Nase — Höhe, Länge und Position der Spitze hängen daran.
Aufbau des Nasenrückens. Auf dem wiederhergestellten Träger wird die Rückenlinie modelliert. Je nach benötigter Höhe geschieht das mit einem geschnitzten Knorpelblock, mit geschichteten Streifen oder mit fein zerkleinertem Knorpel, der in eine dünne Hülle aus körpereigenem Gewebe gefüllt wird — letzteres vor allem bei dünner Haut, weil die Oberfläche so besonders weich bleibt und sich keine Kanten abzeichnen.
Knorpelgestützte Stabilisierung der Nasenspitze. Weil bei einer Sattelnase die Spitze fast immer mitbetroffen ist, gehört sie zum Aufbau dazu. Die Nasenspitze stabilisieren wir mit modernen knorpelgestützten Techniken. Dadurch lässt sich das Risiko, dass die Spitze mit den Jahren wieder absinkt, deutlich verringern — und die neue Position, in die wir sie bringen, ist nicht ihre gewachsene, sie braucht also besonders verlässlichen Halt.
Sicherung der Atemwege. Mit dem Träger kehrt auch die Weite der inneren Nasenklappe zurück. Wo nötig, werden zusätzlich schmale Knorpelstreifen eingesetzt, die die Klappe offen halten.
Ein Nasenaufbau ist damit fast immer eine Operation am oberen Ende der Zeitspanne. Eine Nasenkorrektur dauert bei uns ein bis vier Stunden; diese Spanne ist Absicht, denn wir operieren in unseren eigenen Operationssälen und deshalb ohne Zeitdruck — so lange, bis jedes Detail stimmt. Wie lange ein Eingriff dauert, entscheidet der Befund, nicht der Terminplan.
Was Sie über die Entnahme wissen sollten.
Bei mittelgradigen und ausgeprägten Sattelnasen reicht der Knorpel aus Nasenscheidewand und Ohrmuschel meist nicht aus — weder in der Menge noch in der Festigkeit. Dann kommt Knorpel aus dem Rippenbereich infrage. Weil das für viele Patientinnen der Punkt ist, an dem sie zögern, sprechen wir ihn offen an.
Warum Rippenknorpel. Er ist das einzige körpereigene Material, das gleichzeitig kräftig genug ist, um eine Nase zu tragen, und in ausreichender Menge vorhanden. Er wird als eigenes Gewebe angenommen und wächst ein — anders als Fremdmaterial, das über Jahre das Risiko einer Abstoßung oder eines Durchbruchs durch die Haut trägt. Für einen tragenden Wiederaufbau ist er deshalb unsere erste Wahl.
Die Entnahme. Sie erfolgt in derselben Narkose über einen kurzen Zugang in der Unterbrustfalte; die Narbe liegt dort verdeckt. Der Brustkorb bleibt stabil, die Atmung ist nicht beeinträchtigt. In den ersten Tagen ist dieser Bereich beim tiefen Einatmen, Husten und Aufstehen spürbar — meist mehr als die Nase selbst. Nach ein bis zwei Wochen lässt das deutlich nach.
Und die ehrliche Einschränkung. Rippenknorpel hat die Eigenschaft, sich nach dem Zuschneiden leicht zu verziehen. Dem begegnen wir mit der Art des Zuschnitts, mit einer Ruhezeit während der Operation, in der sich das Material zeigen kann, und bei Bedarf mit einer inneren Verstärkung. Vollständig ausschließen lässt sich eine minimale Verformung über die Jahre nicht — wir sagen das vorher, statt es zu verschweigen.
Ihr Nasenaufbau Schritt für Schritt
-
01
Erstberatung
Persönliches Kennenlernen, detaillierte Analyse, 3D-Simulation mit Vectra-Technologie, Vorher-Nachher-Vergleiche und ausführliche Ablaufklärung.
-
02
Vorbereitung
Medizinische Untersuchungen, Anästhesie-Beratung, individuelle Operationsplanung — inklusive der Frage, aus welchem Bereich körpereigener Knorpel gewonnen wird.
-
03
Die Operation
Eingriff in einem unserer modernen Operationssäle. Der Nasenrücken wird mit körpereigenem Knorpel aufgebaut und stabilisiert, um Höhe, Profil und Struktur wiederherzustellen.
-
04
Nachsorge & Heilung
Aufwachraum, Nachgespräch, Entlassung mit Notfallnummer Ihres Chirurgen, regelmäßige Kontrolltermine bis zum Endergebnis nach 6 – 12 Monaten.
Was Sie bei uns bekommen
Ein Nasenaufbau gehört zu den anspruchsvollsten Eingriffen der Nasenchirurgie: Er verlangt ausreichend Material, eine tragfähige Konstruktion und Zeit im Operationssaal. Beides bringen wir mit.
-
Körpereigenes Material
Bevorzugt körpereigener Knorpel für ein natürliches, dauerhaft stabiles Ergebnis.
-
Form und Funktion
Wir stellen das Profil wieder her und behalten die freie Atmung im Blick.
-
Erfahrene Spezialisten
Drei Fachärzte mit ausschließlichem Schwerpunkt Gesichtschirurgie: Univ.-Doz. Dr. Kuzbari, Dr. Grill und DDr. Wittmann.
-
Modernste Technologie
Vectra-3D-Simulation und hauseigene High-Tech-Operationssäle.
-
Alles unter einem Dach
Beratung, Operation und Nachsorge — alles an einem Ort.
-
Erfahrung bei Folge-OPs
Auch nach Voroperationen verhelfen wir voroperierten Nasen zu einem stabilen Ergebnis.
„Ein eingesunkener Nasenrücken braucht eine stabile Stütze — körpereigener Knorpel ist dafür die natürlichste Grundlage.“
Ein Profil, das wieder Halt hat.
Wenn der Nasenrücken wieder seine natürliche Höhe und Linie hat, wirkt das gesamte Profil ausgewogener — und für viele Patienten fühlt sich die Nase zum ersten Mal seit Langem wieder „vollständig" an.
Häufig kommt ein zweiter Punkt dazu, der vorher kaum Thema war: das Atmen. Weil dieselbe Struktur, die den Rücken trägt, auch die inneren Atemwege offen hält, verbessert sich mit dem Aufbau oft beides gleichzeitig.
Unser Anspruch ist ein Ergebnis, das natürlich aussieht und stabil bleibt — eine Nase, der man weder die Vorgeschichte noch die Operation ansieht.
Ein großer Teil der Sattelnasen ist voroperiert.
Vier von zehn Nasenoperationen im Kuzbari Zentrum sind Zweitoperationen an einer bereits voroperierten Nase. Für diese Eingriffe braucht es besondere Erfahrung: Das Gewebe ist vernarbt, Knorpel fehlt mitunter, und die Ausgangslage ist bei jeder Patientin eine andere. Wir nehmen solche Fälle bewusst an.
Beim Nasenaufbau bündeln sich diese Schwierigkeiten. Die Gewebeschichten, die bei einer Erstoperation klar voneinander zu lösen sind, sind durch Narben miteinander verbacken — das Freilegen dauert länger und verlangt mehr Sorgfalt, besonders unter dünner Haut. Die Nasenscheidewand als Knorpelquelle ist häufig nicht mehr verfügbar, weshalb Ohr- oder Rippenknorpel gebraucht wird. Und Narbengewebe zieht sich zusammen: Ein Aufbau muss stabiler gebaut werden als eine Erstoperation, weil er gegen diesen Zug bestehen muss.
Aus demselben Grund verläuft die Heilung langsamer. Das Endergebnis lässt sich nach einem Aufbau bei voroperierter Nase eher bei zwölf bis achtzehn Monaten erwarten als bei sechs. Wir sagen das vor der Operation, planen die Kontrollen entsprechend und begleiten den Verlauf mit Fotodokumentation.
Wie hoch soll der Nasenrücken wieder werden?
Unsere 3D-Simulation zeigt Ihre künftige Nase nicht nur im Profil, sondern auch von vorn und von unten. Sie sehen Ihr mögliches Ergebnis also aus genau den Blickwinkeln, aus denen andere Sie täglich sehen — und wir sprechen vor der Operation über dasselbe Bild.
Beim Nasenaufbau ist die Höhe des Nasenrückens die zentrale Entscheidung, und sie hat zwei Seiten. Zu wenig Aufbau lässt die Nase weiterhin eingesunken wirken. Zu viel Aufbau spannt die Haut, lässt Konturen hart erscheinen und kann die Nase im Gesicht dominant machen. Am simulierten Bild zeigen wir Ihnen mehrere Varianten nebeneinander — und sagen, welche wir für Ihr Gesicht und Ihre Hautbeschaffenheit für tragfähig halten.
Ebenso wichtig ist die Frontalansicht: Ein eingesunkener Rücken lässt die Nase von vorn breiter erscheinen, und dieser Eindruck verändert sich mit dem Aufbau deutlich. Die Simulation bleibt dabei eine Planungshilfe und keine Zusage — Wie Gewebe heilt und wie Narbenzug wirkt, hat gerade beim Aufbau einen eigenen Anteil am Ergebnis.
Warum ein Nasenaufbau länger braucht
Bei einem Aufbau heilt nicht nur die Nase, sondern auch die Entnahmestelle — und verpflanztes Gewebe braucht Zeit, bis es eingewachsen ist.
-
Erste Woche
Äußere Schiene, innere Schienen, Verband an der Entnahmestelle. Wurde Rippenknorpel verwendet, ist der Brustbereich beim tiefen Einatmen und Aufstehen spürbar — oft mehr als die Nase. Nach etwa einer Woche nehmen wir Schiene und Fäden ab.
-
Woche 2 bis 4
Die Nase zeigt bereits das neue Profil, wirkt aber breiter und höher als geplant — das ist Schwellung über dem Aufbau. Die Beschwerden an der Entnahmestelle lassen deutlich nach. Sie sind gesellschaftsfähig.
-
Monat 2 bis 4
Die Kontur des Nasenrückens wird klar. Verpflanzter Knorpel wächst in dieser Phase ein und verbindet sich mit dem umliegenden Gewebe. Wir sehen Sie regelmäßig, um Höhe und Linie zu beurteilen.
-
Monat 4 bis 9
Narbengewebe zieht sich zusammen — die Phase, in der sich zeigt, wie stabil der Aufbau ist. Auch die Nasenspitze findet in diesem Abschnitt ihre endgültige Position.
-
Monat 9 bis 18
Das Endergebnis. Bei einer Erstoperation oft bereits nach etwa zwölf Monaten, nach einer Voroperation eher gegen achtzehn. Danach ist die Nase stabil und verändert sich nur noch so, wie sich das übrige Gesicht verändert.
Mit der Stütze kehrt auch die Luft zurück.
Bei kaum einem anderen Befund hängen Form und Atmung so eng zusammen wie bei der Sattelnase. Die Struktur, die den Nasenrücken trägt, hält gleichzeitig die inneren Atemwege offen. Sinkt sie ein, verengt sich die innere Nasenklappe — die engste Stelle des gesamten Atemwegs, ein schmaler Spalt zwischen Nasenscheidewand und Dreieckknorpel. Viele Betroffene beschreiben deshalb nicht nur eine eingedellte Nase, sondern auch, dass die Luft „irgendwo hängen bleibt", besonders beim Sport und beim Liegen.
Für den Eingriff heißt das: Der Wiederaufbau der Struktur ist zugleich die Behandlung der Atmung. Mit dem wiederhergestellten Träger kehrt die Weite der Nasenklappe zurück; wo nötig, setzen wir zusätzlich schmale Knorpelstreifen ein, die sie offen halten. Eine verkrümmte oder teilweise verlorene Nasenscheidewand wird im selben Zug neu ausgerichtet.
Wir untersuchen die Atmung bei jeder Beratung ausdrücklich mit — Engstelle für Engstelle: Nasenscheidewand, Nasenmuscheln, innere und äußere Nasenklappe. Und wir sagen Ihnen, welcher Anteil Ihrer Beschwerden vom Aufbau profitieren wird und welcher nicht, damit Sie von der Operation keine Verbesserung erwarten, die eine andere Ursache hat.
Wann ein Nasenaufbau sinnvoll ist.
Nach einer Verletzung. Unmittelbar nach einem Unfall zählt zuerst die Akutversorgung — vor allem, ob sich Blut in der Nasenscheidewand gesammelt hat, denn das ist einer der wenigen echten Notfälle der Nasenchirurgie. Ist eine Sattelnase erst einmal entstanden, gibt es dagegen keinen Zeitdruck: Rekonstruiert wird, wenn das Gewebe vollständig verheilt und die Situation stabil ist.
Nach einer Voroperation. Wir warten grundsätzlich ab, bis die vorangegangene Operation ausgeheilt ist — in der Regel mindestens zwölf Monate. Narbengewebe verändert sich in dieser Zeit noch, und ein Aufbau auf unfertiges Gewebe wäre schwerer planbar. Diese Wartezeit ist kein verlorenes Jahr: Sie ist die Voraussetzung für ein Ergebnis, das hält.
Bei einer Grunderkrankung. Greift eine entzündliche Erkrankung den Knorpel an, wird erst rekonstruiert, wenn sie stabil eingestellt ist. Wir stimmen uns dafür mit den behandelnden Fachärztinnen und Fachärzten ab.
Alter und Alltag. Eine obere Altersgrenze gibt es nicht; entscheidend sind Gesundheitszustand und Gewebequalität. Planen Sie zwei bis drei Wochen ein, in denen Sie nicht im Rampenlicht stehen müssen, und rechnen Sie bei einem Aufbau mit einem längeren Weg bis zum Endergebnis als bei einer reinen Formkorrektur — zwölf Monate sind die Regel, nach einer Voroperation eher achtzehn.
„Eine Sattelnase ist kein Oberflächenproblem, sondern ein Statikproblem. Wer nur die Delle auffüllt, hat die Nase nicht getragen.“
Nasenkorrektur, 39
Durchgeführte Operation: Funktionelle und ästhetische Nasenoperation mit Rippenknorpelverpflanzung.
Was ein Nasenaufbau leisten kann — und was nicht.
Gut möglich ist: ein Nasenrücken, der seine Höhe und Linie zurückbekommt. Eine Nasenspitze, die wieder in Position steht und dort gehalten wird. Eine Nase, die im Profil nicht mehr eingesunken wirkt. Und eine Atmung, die sich mit der wiederhergestellten Struktur häufig deutlich verbessert.
Grenzen gibt es auch. Die Haut muss die neue Höhe mittragen: Ist sie über Jahre geschrumpft oder vernarbt, lässt sie sich nicht beliebig dehnen, und der Aufbau muss entsprechend zurückhaltender ausfallen. Verpflanzter Knorpel kann sich über die Jahre minimal verändern — vollständig ausschließen lässt sich das nicht. Und bei einer zugrunde liegenden Erkrankung muss diese zuerst stabil eingestellt sein, sonst ist der Aufbau nicht dauerhaft.
Wovon wir abraten: von einem Aufbau, der nur die Delle auffüllt, ohne die tragende Struktur wiederherzustellen — er sieht anfangs gut aus und hält nicht. Und von einem zu hohen Aufbau: Er spannt die Haut, lässt Konturen hart wirken und erhöht das Risiko, dass sich etwas abzeichnet.
Ein kleiner Teil aller Nasenoperationen braucht eine Feinkorrektur. Bei einem Aufbau ist dieser Anteil naturgemäß höher als bei einer einfachen Formkorrektur — wir sagen das vorher und beurteilen eine solche Frage frühestens nach zwölf Monaten.
Für Ihre Beratung
Fragen speziell zum Nasenaufbau
- Wie ausgeprägt ist meine Sattelnase — leicht, mittelgradig oder ausgeprägt?
- Ist der tragende Anteil meiner Nasenscheidewand noch vorhanden?
- Wird nur die Rückenlinie aufgebaut oder der Träger wiederhergestellt?
- Woher kommt der Knorpel — Nasenscheidewand, Ohr oder Rippe?
- Was bedeutet die Entnahme am Brustkorb für mich in den ersten Tagen?
- Wie wird verhindert, dass sich verpflanzter Knorpel verzieht?
- Wie hoch soll der Nasenrücken werden — und was trägt meine Haut?
- Wird die Nasenspitze mitstabilisiert?
- Verbessert sich meine Atmung durch den Aufbau?
- Wann darf ich mit dem Endergebnis rechnen?
Themen, die zum Nasenaufbau gehören
-
Zweitoperationen
Ein großer Teil der Sattelnasen ist voroperiert — vier von zehn Nasenoperationen bei uns sind Zweitoperationen.
Mehr erfahren → -
Wiederherstellend
Rekonstruktion nach Unfall, Tumor oder angeborener Fehlbildung.
Mehr erfahren → -
Funktionelle Korrektur
Mit dem Träger kehrt auch die Weite der Atemwege zurück.
Mehr erfahren →
Ihr Nasenaufbau von Anfang bis Ende
Vor der Operation
- Erstberatung von rund einer Stunde, unverbindlich
- Untersuchung von außen, von innen und im Tastbefund
- Einordnung der Ausprägung und Festlegung der Knorpelquelle
- Vectra-3D-Simulation mit mehreren Aufbau-Varianten
- Schriftlicher Kostenvoranschlag
- Aufklärungs- und Anästhesie-Vorgespräch
Am Tag der Operation
- Eigener Operationssaal im Kuzbari Zentrum
- Ein bis vier Stunden — nach Befund, nicht nach Plan
- Wiederaufbau der tragenden Struktur mit körpereigenem Knorpel
- Knorpelgestützte Stabilisierung der Nasenspitze
- Sicherung der inneren Nasenklappe
- Eine Nacht stationär mit Betreuung rund um die Uhr
Nach der Operation
- Nachgespräch am Morgen nach der Operation
- Mobilnummer Ihrer Operateurin oder Ihres Operateurs
- Abnahme von Schienen und Fäden nach etwa einer Woche
- Begleitung der Entnahmestelle bis zur vollständigen Heilung
- Sämtliche Kontrolltermine bis zum Endergebnis inklusive
Drei Chirurgen für Ihren Nasenaufbau
-
Univ.-Doz. Dr. Rafic Kuzbari
Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
Über 30 Jahre Erfahrung, gilt international als Experte für Revisionseingriffe und komplexe Nasenkorrekturen.
-
Dr. Christoph Grill
Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
Spezialist für ästhetische und funktionelle Nasenkorrekturen mit Fokus auf natürliche Ergebnisse.
-
DDr. Jessica Wittmann
Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Verbindet das chirurgische und das ästhetische Auge: präzise Nasenchirurgie mit Sinn für harmonische Proportionen.
Antworten zur Sattelnase & zum Nasenaufbau
Womit wird der Nasenrücken aufgebaut?
Wir setzen bevorzugt auf körpereigenen Knorpel — aus der Nasenscheidewand, der Ohrmuschel oder dem Rippenbereich. Körpereigenes Gewebe wird vom Körper angenommen und bietet eine natürliche, stabile Grundlage.
Warum körpereigener Knorpel und kein Implantat?
Körpereigenes Material wächst ein und gilt als besonders gut verträglich und langfristig stabil. Welche Variante in Ihrem Fall am besten geeignet ist, besprechen wir individuell in der Beratung.
Wird auch die Atmung verbessert?
Da die Stütze der Nase auch ihre Funktion trägt, ist eine Sattelnase oft mit einer behinderten Atmung verbunden. Wir berücksichtigen die Nasenfunktion und stellen sie bei Bedarf mit wieder her.
Ist ein Nasenaufbau schmerzhaft?
Während der Operation spüren Sie dank Anästhesie nichts. Nach dem Eingriff berichten unsere Patienten meist von geringen Schmerzen — gut zu behandeln mit Schmerzmitteln.
Wie lange dauert die Heilung?
Arbeitsfähig sind Sie nach 3 – 7 Tagen, gesellschaftsfähig nach 1 – 3 Wochen, nach 4 – 6 Wochen können Sie Sport wieder aufnehmen. Das endgültige Ergebnis ist nach 6 – 12 Monaten sichtbar, in seltenen Fällen erst nach 18 Monaten.
Was kostet ein Nasenaufbau?
Die Kosten hängen vom Umfang des Eingriffs ab — ein Aufbau mit körpereigenem Knorpel ist aufwendiger als eine reine Formkorrektur. In der Erstberatung erhalten Sie einen transparenten Kostenvoranschlag. Auf Wunsch ist eine Ratenzahlung über bis zu fünf Jahre möglich, der effektive Jahreszins beträgt 9,99 %.
Warum reicht es nicht, die Delle am Nasenrücken aufzufüllen?
Weil eine Sattelnase ein Statikproblem ist, kein Oberflächenproblem. Eine reine Auflage gleicht die Delle optisch aus, ändert aber nichts daran, dass die Nase innen keine Stütze mehr hat: Sie sinkt über die Jahre weiter ein, die Spitze dreht sich weiter nach oben, und die Auflage kann unter dünner Haut sichtbar werden. Wir bauen deshalb die tragende Struktur wieder auf.
Wann wird Rippenknorpel gebraucht?
Bei mittelgradigen und ausgeprägten Sattelnasen, wenn Nasenscheidewand und Ohrmuschel nicht genug Material liefern oder nicht die nötige Festigkeit haben — und sehr häufig bei voroperierten Nasen, deren Nasenscheidewand als Quelle nicht mehr verfügbar ist. Rippenknorpel ist das einzige körpereigene Material, das eine Nase tragen kann und in ausreichender Menge vorhanden ist.
Wie spürbar ist die Entnahme am Brustkorb?
Die Entnahme erfolgt in derselben Narkose über einen kurzen Zugang in der Unterbrustfalte, die Narbe liegt dort verdeckt. Der Brustkorb bleibt stabil, die Atmung ist nicht beeinträchtigt. In den ersten Tagen ist dieser Bereich beim tiefen Einatmen, Husten und Aufstehen spürbar — oft mehr als die Nase selbst. Nach ein bis zwei Wochen lässt das deutlich nach.
Kann sich verpflanzter Rippenknorpel verziehen?
Rippenknorpel hat die Eigenschaft, sich nach dem Zuschneiden leicht zu verziehen. Dem begegnen wir mit der Art des Zuschnitts, mit einer Ruhezeit während der Operation, in der sich das Material zeigen kann, und bei Bedarf mit einer inneren Verstärkung. Vollständig ausschließen lässt sich eine minimale Verformung über die Jahre nicht — wir sagen das vorher, statt es zu verschweigen.
Warum kein Kunststoff-Implantat?
Körpereigener Knorpel wird als eigenes Gewebe angenommen und wächst ein. Fremdmaterial bleibt dauerhaft ein Fremdkörper und trägt über Jahre das Risiko einer Abstoßung oder eines Durchbruchs durch die Haut — gerade am Nasenrücken, wo die Haut am dünnsten ist. Für einen tragenden Wiederaufbau ist körpereigener Knorpel deshalb unsere erste Wahl. Individuell gefertigte Implantate setzen wir nur in ausgewählten rekonstruktiven Situationen ein und sprechen das ausdrücklich mit Ihnen ab.
Meine Nase ist nach einem Unfall erst Wochen später eingesunken. Wie kommt das?
Ein häufiger Verlauf: Sammelt sich nach einer Verletzung Blut zwischen Knorpel und Schleimhaut der Nasenscheidewand, wird der Knorpel von seiner Ernährung abgeschnitten und kann innerhalb von Tagen zugrunde gehen. Der Nasenrücken verliert dann seine Stütze, ohne dass von außen sofort etwas zu sehen war. Für die Rekonstruktion ist entscheidend, wie viel des tragenden Knorpels erhalten geblieben ist.
Kann eine Sattelnase nach einer Voroperation entstehen?
Ja. Wurde bei einem früheren Eingriff viel Knorpel entnommen oder der tragende Randstreifen geschwächt, kann der Nasenrücken über Monate nachgeben. Vier von zehn Nasenoperationen im Kuzbari Zentrum sind Zweitoperationen an einer bereits voroperierten Nase; für diese Eingriffe braucht es besondere Erfahrung, und wir nehmen sie bewusst an.
Wird meine Nase nach dem Aufbau größer aussehen?
Sie bekommt die Höhe zurück, die ihr fehlt — größer als vor dem Einsinken wird sie dadurch nicht. Häufig wirkt die Nase nach dem Aufbau sogar schmaler, weil ein eingesunkener Rücken sie von vorn breiter erscheinen lässt. In der 3D-Simulation zeigen wir Ihnen genau das: den Frontaleindruck vor und nach dem geplanten Aufbau.
Wie lange dauert es, bis das Ergebnis steht?
Länger als bei einer reinen Formkorrektur. Nach zwei bis vier Wochen sehen Sie das neue Profil, noch mit Schwellung über dem Aufbau. Zwischen dem vierten und neunten Monat zeigt sich, wie stabil der Aufbau gegen den Narbenzug ist. Das Endergebnis liegt bei einer Erstoperation oft bei etwa zwölf Monaten, nach einer Voroperation eher gegen achtzehn.
Was, wenn eine Erkrankung die Ursache ist?
Bestimmte entzündliche und rheumatologische Erkrankungen können den Knorpel der Nasenscheidewand angreifen. In diesen Fällen ist die Abklärung und Behandlung der Grunderkrankung der erste Schritt — rekonstruiert wird erst, wenn die Erkrankung stabil eingestellt ist. Wir stimmen uns dafür mit den behandelnden Fachärztinnen und Fachärzten ab.
Ein Profil, das wieder trägt.
Erstberatung mit dreidimensionaler Simulation, eine Technik, die zu Ihrer Nase passt, und eine Operationszeit, die sich nach dem Befund richtet — dieser Aufwand ist der Grund, warum eine Nasenkorrektur bei uns ihren Preis hat. Er ist auch der Grund, warum das Ergebnis halten soll: ein Leben lang, nicht ein paar Jahre.