Spektrum · Rekonstruktiv

Die wieder­herstellende Nasenchirurgie.

Die Nase ist nicht nur ein zentrales Element unseres Gesichts, sondern auch ein sensibles Organ, das durch Unfälle, Erkrankungen oder angeborene Fehlbildungen stark beeinträchtigt werden kann. Eine wiederherstellende Nasenoperation — auch rekonstruktive Rhinoplastik genannt — zielt darauf ab, Form und Funktion der Nase so weit wie möglich wiederherzustellen.

Wiederherstellende Nasenchirurgie im Kuzbari Zentrum Wien
Was ist rekonstruktive Nasenchirurgie?

Verlorene oder beschädigte Strukturen wieder­herstellen.

Die rekonstruktive Nasenchirurgie geht über reine Ästhetik hinaus: Sie rekonstruiert verlorene oder beschädigte Strukturen der Nase, um sowohl die Funktion (z. B. Atmung) als auch das Aussehen wiederherzustellen. Sie ist häufig medizinisch notwendig und wird mit weiteren Behandlungen kombiniert — etwa mit der Entfernung von Tumoren oder der Versorgung von Unfallfolgen.

Im Kuzbari Zentrum führen unsere Spezialisten — Univ.-Doz. Dr. Rafic Kuzbari, Dr. Christoph Grill und DDr. Jessica Wittmann — diese komplexen Operationen durch. Dank moderner Techniken wie Knorpel- oder Hauttransplantaten, Lappentechniken (Flap) und in ausgewählten Fällen auch individuell gefertigten Implantaten erzielen wir Ergebnisse, die so natürlich wie möglich wirken. Körpereigener Knorpel bleibt dabei der Goldstandard. Unsere Vectra-3D-Simulation ermöglicht es, bereits vor der Operation zu visualisieren, wie die rekonstruierte Nase aussehen und funktionieren wird.

Video · Univ.-Doz. Dr. Rafic Kuzbari

Warum werden Knorpel verpflanzt?

Univ.-Doz. Dr. Rafic Kuzbari erklärt, warum bei Nasenkorrekturen Knorpel verpflanzt werden und wie sie die Form langfristig stabilisieren.

Häufige Ursachen

Welche Situationen wir behandeln

Rekonstruktive Nasenoperationen werden in der Regel durch traumatische Ereignisse oder Erkrankungen notwendig. Hier sind die gängigsten Szenarien, denen wir im Kuzbari Zentrum begegnen. Was sie verbindet: Es fehlt Gewebe, und dieses Gewebe muss Schicht für Schicht ersetzt werden — nicht nur an der Oberfläche gedeckt.

  • Unfälle und Verletzungen

    Bei Frakturen durch Unfälle (z. B. Autounfälle oder Stürze) kann die Nase verformt oder zertrümmert werden. Wir rekonstruieren die Knochen- und Knorpelstruktur mit körpereigenem Knorpel — z. B. aus dem Septum, der Ohrmuschel oder einer Rippe — und stellen so Stabilität und Form wieder her.

  • Tumorerkrankungen

    Hautkrebs (insbesondere Basaliome, seltener auch Melanome) oder Tumore in der Nase erfordern oft die Entfernung von Gewebe. In Kooperation mit Onkologen rekonstruieren wir diese Bereiche schrittweise — von der Wundversorgung über Gewebetransplantationen bis zur Feinmodellierung.

  • Angeborene Fehlbildungen

    Spaltbildungen (z. B. eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte mit Nasenbeteiligung) oder asymmetrische Nasen können von Geburt an Auswirkungen auf das Selbstbild und die soziale Wahrnehmung haben. Wir korrigieren diese durch schrittweise Operationen — in der Kindheit, Jugend oder auch bei Erwachsenen.

  • Narben und Auffälligkeiten

    Narben aus Voroperationen, Verbrennungen oder Infektionen können die Nase beeinträchtigen und die Seele belasten. Wir verwenden Lasertherapien, Dermabrasion oder chirurgische Revisionen, um Narben zu glätten und die Hauttextur zu verbessern.

Das Grundprinzip

Drei Schichten — und jede muss ersetzt werden.

Eine Nase besteht aus drei Schichten, die wie ein Zelt zusammenwirken: der Auskleidung innen, dem Gerüst aus Knorpel und Knochen in der Mitte und der Hülle aus Haut außen. Bei einer Rekonstruktion gilt die einfache, aber unerbittliche Regel: Jede Schicht, die fehlt, muss ersetzt werden. Wird eine davon übersprungen, hält das Ergebnis nicht.

Die Auskleidung. Sie ist die Schicht, an die niemand denkt — und diejenige, an der Rekonstruktionen am häufigsten scheitern. Ohne innere Auskleidung zieht sich das Gewebe zusammen, die Nasenöffnung verengt sich, ein aufgebautes Gerüst wird nach innen gezogen. Ersetzt wird sie je nach Größe des Defekts mit Schleimhaut aus der Nase selbst, mit einer Umschlagtechnik aus benachbartem Gewebe oder mit einem dünnen Transplantat.

Das Gerüst. Es gibt der Nase ihre Form und hält den Atemweg offen. Ersetzt wird es mit körpereigenem Knorpel — aus der Nasenscheidewand, der Ohrmuschel oder dem Rippenbereich. Ohrknorpel ist von Natur aus gebogen und eignet sich besonders für Nasenflügel und Nasenspitze, Rippenknorpel liefert Menge und Festigkeit für tragende Anteile. Körpereigenes Material wird als eigenes Gewebe angenommen und wächst ein — es bleibt kein Fremdkörper unter der Haut.

Die Hülle. Kleine Defekte lassen sich direkt verschließen oder mit einem Hauttransplantat decken. Für größere Defekte braucht es Gewebe, das seine eigene Durchblutung mitbringt — eine Lappenplastik. Dabei wird Haut aus der Nachbarschaft verlagert, ohne sie vollständig von ihrer Blutversorgung zu trennen.

Ein Detail, das das Ergebnis prägt: Die Haut der Nase ist nicht überall gleich. Am Nasenrücken ist sie dünn und beweglich, an der Nasenspitze und an den Nasenflügeln dick, talgdrüsenreich und fest angeheftet. Deshalb wählt man Ersatzgewebe nach seiner Ähnlichkeit aus — Haut von der Stirn ähnelt der Nasenspitze mehr als Haut vom Hals. Und deshalb rekonstruiert man, wo möglich, in ganzen ästhetischen Einheiten statt in Flicken: Eine Narbe, die entlang der natürlichen Grenze eines Nasenflügels verläuft, fällt kaum auf; dieselbe Narbe mitten auf dem Flügel fällt immer auf.

Mehrzeitiges Vorgehen

Warum eine Rekonstruktion oft mehrere Schritte braucht.

Anders als bei einer ästhetischen Nasenkorrektur ist bei größeren Rekonstruktionen ein Eingriff selten genug. Das ist kein Rückschlag und kein Zeichen dafür, dass etwas nicht funktioniert hat — es ist das Verfahren.

Der Grund liegt in der Durchblutung. Verlagertes Gewebe braucht Wochen, bis es an seinem neuen Ort eigene Gefäßverbindungen aufgebaut hat. Wird zu früh weitergearbeitet, gefährdet man genau das Gewebe, auf dem die Rekonstruktion aufbaut. Deshalb folgt auf den ersten Schritt eine Wartezeit von meist mehreren Wochen, bevor der nächste ansteht.

Ein typischer Ablauf bei einem größeren Defekt sieht so aus: Im ersten Schritt werden Auskleidung und Gerüst aufgebaut und die Hülle aufgelegt. Im zweiten Schritt, einige Wochen später, wird die Gewebebrücke getrennt, über die der Lappen zunächst versorgt wurde, und die Form grob angepasst. Im dritten Schritt folgt der Feinschliff: Ausdünnen, Konturieren, Narbenkorrektur.

Wir besprechen diesen Weg vollständig, bevor der erste Eingriff stattfindet — mit allen Etappen, Wartezeiten und Zwischenzuständen. Zu wissen, dass der Zustand nach dem ersten Schritt ein Zwischenzustand ist, macht ihn erheblich leichter zu tragen. Und Sie haben in dieser gesamten Zeit die Mobilnummer Ihrer Operateurin oder Ihres Operateurs.

Erfahrungsbericht

Elisabeths neue Nase nach einem Unfall

Elisabeth litt über 20 Jahre unter ihrem Nasenhöcker nach einem Unfall — heute blickt sie wieder gerne in den Spiegel.

Mentale Heilung

Warum rekonstruktive Chirurgie auch die Seele entlastet.

Der seelische Aspekt ist zentral: Viele Patienten berichten von Belastungen oder sozialem Rückzug aufgrund sichtbarer Defekte. Eine erfolgreiche Rekonstruktion kann ein unauffälliges, harmonisches Aussehen wiederherstellen, das Selbstvertrauen stärkt.

Was das konkret heißt, beschreiben Patientinnen und Patienten oft mit demselben Bild: dass der Blick des Gegenübers nicht mehr an der Nase hängen bleibt. Nicht Perfektion ist das Ziel, sondern Unauffälligkeit — die Rückkehr zu einem Gesicht, über das nicht gesprochen wird.

Im Kuzbari Zentrum legen wir besonderen Wert auf empathische Betreuung. Menschen kommen in dieser Situation selten nur mit einer chirurgischen Frage; häufig liegt eine Diagnose, ein Unfall oder eine lange Vorgeschichte dahinter. Wir nehmen uns dafür Zeit — und wir sagen offen, was in welchem Schritt erreichbar ist, damit niemand auf ein Bild hofft, das wir nicht einlösen können.

Wir streben nach Ergebnissen, die unauffällig und natürlich wirken — und kombinieren chirurgische Präzision mit der nötigen Sensibilität.

Zweitoperationen

Die voroperierte Nase gehört zu unserem Schwerpunkt.

Vier von zehn Nasenoperationen im Kuzbari Zentrum sind Zweitoperationen an einer bereits voroperierten Nase. Für diese Eingriffe braucht es besondere Erfahrung: Das Gewebe ist vernarbt, Knorpel fehlt mitunter, und die Ausgangslage ist bei jeder Patientin eine andere. Wir nehmen solche Fälle bewusst an.

Im rekonstruktiven Zusammenhang bedeutet das zweierlei. Zum einen geht es um Nasen, bei denen nach einem früheren Eingriff Struktur fehlt — ein eingesunkener Nasenrücken, eine eingezogene Nasenspitze, ein Flügelrand, der sich nach innen gezogen hat. Hier steht Aufbau im Vordergrund, nicht Reduktion: Das Gerüst wird wiederhergestellt, meist mit Knorpel aus der Ohrmuschel oder dem Rippenbereich, weil die Nasenscheidewand als Quelle häufig nicht mehr zur Verfügung steht.

Zum anderen geht es um Gewebe, das sich anders verhält. Narben verbinden Schichten, die eigentlich voneinander zu lösen wären; das Freilegen dauert länger und verlangt mehr Sorgfalt, besonders unter dünner Haut. Und Narbengewebe zieht sich zusammen — eine Rekonstruktion muss deshalb stabiler gebaut werden als eine Erstoperation, weil sie gegen diesen Zug bestehen muss.

Auch die Heilung braucht mehr Zeit. Das Endergebnis lässt sich hier eher bei zwölf bis achtzehn Monaten erwarten als bei sechs. Wir sagen das vor der Operation, planen die Kontrollen entsprechend und begleiten den Verlauf mit Fotodokumentation.

Form und Funktion

Eine rekonstruierte Nase muss auch atmen können.

Bei einer Rekonstruktion steht meist das Aussehen im Vordergrund — verständlich, denn ein sichtbarer Defekt belastet den Alltag unmittelbar. Die Funktion darf darüber trotzdem nicht verloren gehen, und sie ist der Teil, der sich später nur schwer nachholen lässt.

Zwei Punkte entscheiden darüber. Der erste ist die Auskleidung: Fehlt sie, zieht sich das Gewebe zusammen und der Atemweg verengt sich — deshalb wird sie immer mitrekonstruiert, auch wenn sie von außen niemand sieht. Der zweite ist das Gerüst: Es hält die Nasenöffnung und die inneren Klappen offen. Ein rein hautdeckender Verschluss ohne Gerüst sieht anfangs unauffällig aus und führt über Monate dazu, dass der Nasenflügel nach innen gezogen wird.

Deshalb bauen wir auch bei rein äußerlich wirkenden Defekten das Gerüst konsequent mit auf und stabilisieren die Nasenspitze knorpelgestützt. Dadurch lässt sich das Risiko, dass die Spitze mit den Jahren absinkt, deutlich verringern — bei rekonstruierten Nasen, an denen Narbenzug arbeitet, gilt das umso mehr.

Erklärung von Nasenfunktion und Gerüst am Modell — Kuzbari Zentrum Wien
Operationsdauer

Ohne Zeitdruck — bei einer Rekonstruktion besonders.

Eine Nasenkorrektur dauert bei uns ein bis vier Stunden. Diese Spanne ist Absicht: Wir operieren in unseren eigenen Operationssälen und deshalb ohne Zeitdruck — so lange, bis jedes Detail stimmt. Wie lange ein Eingriff dauert, entscheidet der Befund, nicht der Terminplan.

Rekonstruktive Eingriffe liegen regelmäßig am oberen Ende dieser Spanne, und bei ausgedehnten Defekten darüber. Es sind drei Schichten statt einer, es ist Gewebe aus mehreren Entnahmestellen, und jede Naht entscheidet über die Durchblutung des verlagerten Gewebes. Hier kann man nichts abkürzen, ohne das Ergebnis zu gefährden.

Dass wir uns diese Zeit nehmen können, liegt daran, dass die Operationssäle uns gehören und unser Team ausschließlich Nasen- und Gesichtsoperationen durchführt. Niemand wartet auf den Raum.

Der Weg

Wie eine Rekonstruktion abläuft

Jeder Fall ist anders — dieser Ablauf beschreibt den Rahmen, in dem wir arbeiten, und was Sie in welcher Phase erwartet.

  1. Erstgespräch und Befundaufnahme

    Wir hören zu, sehen uns die Nase von außen und von innen an und klären, welche der drei Schichten betroffen sind. Bei einer Tumorerkrankung stimmen wir uns mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten ab; die Rekonstruktion beginnt erst, wenn der Befund vollständig entfernt und die Gewebeuntersuchung abgeschlossen ist.

  2. Planung des Gesamtkonzepts

    Wir legen fest, woher Auskleidung, Gerüst und Hülle kommen, in wie vielen Schritten gearbeitet wird und wie lange die Wartezeiten dazwischen sind. Sie erfahren den kompletten Weg, bevor der erste Eingriff stattfindet — inklusive der Zwischenzustände.

  3. Erster Eingriff

    Aufbau von Auskleidung und Gerüst, Deckung der Hülle. Nach diesem Schritt sieht die Nase noch nicht aus wie das Ergebnis; sie ist geschwollen, die Konturen sind grob. Das ist erwartbar und Teil des Verfahrens.

  4. Wartezeit

    Verlagertes Gewebe braucht mehrere Wochen, um eigene Gefäßverbindungen aufzubauen. In dieser Zeit sehen wir Sie regelmäßig zur Kontrolle und begleiten die Wundpflege. Die Mobilnummer Ihrer Operateurin oder Ihres Operateurs haben Sie durchgehend.

  5. Zweiter Eingriff

    Trennung der Gewebebrücke, grobe Anpassung der Form, bei Bedarf Ergänzung des Gerüsts. Ab hier wird erkennbar, worauf die Rekonstruktion hinausläuft.

  6. Feinschliff

    Ausdünnen, Konturieren, Anpassen der Übergänge, Narbenkorrektur. Dieser Schritt macht aus einer gedeckten Nase eine unauffällige — und er wird nicht übersprungen, auch wenn der Zwischenstand schon gut aussieht.

  7. Nachsorge über Monate

    Narben reifen über ein bis zwei Jahre. Wir begleiten diesen Verlauf mit Kontrollen, Fotodokumentation und klaren Empfehlungen — vor allem konsequentem Sonnenschutz, weil frische Narben unter UV-Licht dunkler werden können.

Ehrliche Einordnung

Was eine Rekonstruktion leisten kann — und was nicht.

Gut möglich ist: eine Nase, die im Gesicht nicht mehr auffällt. Eine wiederhergestellte Kontur, ein offener Atemweg, Narben, die entlang natürlicher Grenzen verlaufen und mit den Jahren verblassen. Für viele Patientinnen und Patienten ist der entscheidende Punkt nicht die Perfektion, sondern dass der Blick des Gegenübers nicht mehr an der Nase hängen bleibt.

Grenzen gibt es auch, und wir benennen sie. Eine rekonstruierte Nase ist nicht identisch mit der ursprünglichen. Narben bleiben sichtbar — sie werden unauffällig, aber nicht unsichtbar. Verlagertes Gewebe behält teilweise die Eigenschaften seiner Herkunft, etwa in Farbe und Struktur. Das Gefühl in der rekonstruierten Haut bleibt häufig dauerhaft verändert. Und wie viel in mehreren Schritten erreichbar ist, hängt von der Größe des Defekts, der Durchblutung, einer etwaigen Bestrahlung in der Vorgeschichte und vom Rauchverhalten ab: Nikotin verschlechtert die Durchblutung verlagerten Gewebes erheblich — es ist der wichtigste Punkt, den Sie selbst beeinflussen können.

Und der zeitliche Rahmen. Eine Rekonstruktion ist ein Weg über Monate, manchmal über ein Jahr. Wer das vorher weiß, geht ihn anders als jemand, der auf eine einzige Operation gehofft hat. Deshalb legen wir den gesamten Plan vor dem ersten Eingriff offen.

Alles unter einem Dach

Der Kuzbari OP-Trakt.

Das Kuzbari Zentrum verfügt über eigene hochmoderne Operationsräume — perfekt für Nasenkorrekturen eingerichtet, mit dem Luxus einer völlig freien Zeitplanung. Unser eingespieltes Team aus Ärzten, Anästhesisten und Assistenten führt ausschließlich Nasen- und Gesichtsoperationen durch.

Für eine Rekonstruktion ist das mehr als Komfort. Ein Eingriff, der über mehrere Schritte geht, verlangt Planbarkeit: dass derselbe Operateur, dasselbe Team und dieselben Abläufe von der ersten bis zur letzten Etappe zur Verfügung stehen. Und er verlangt Zeit, die sich nach dem Befund richtet und nicht nach einem Saalplan.

Die Haut der Nase

Warum Ersatzgewebe nach Ähnlichkeit gewählt wird.

Die Haut der Nase ist nicht überall gleich, und dieser Unterschied entscheidet darüber, wie unauffällig eine Rekonstruktion am Ende wirkt.

Am Nasenrücken und an den Seitenwänden ist die Haut dünn, beweglich und relativ glatt. An der Nasenspitze und an den Nasenflügeln ist sie dick, talgdrüsenreich, fest mit dem Untergrund verbunden und in der Textur deutlich gröber. Wird Gewebe von einer Stelle an eine andere verlagert, bringt es seine Eigenschaften mit — dünne Haut auf der Nasenspitze wirkt eingesunken und glänzend, dicke Haut am Nasenrücken wirkt aufgetragen.

Deshalb wird Ersatzgewebe nach seiner Ähnlichkeit ausgewählt, nicht nach seiner Verfügbarkeit. Für die Nasenspitze eignet sich Haut aus dem Stirnbereich besser als Haut aus dem Halsbereich, weil sie in Dicke und Struktur näher liegt. Für kleine Defekte am Nasenrücken genügt häufig die Verschiebung benachbarter Haut.

Ebenso wichtig ist die Frage, wo die Narbe zu liegen kommt. Die Nase hat natürliche Grenzen — den Rand des Nasenflügels, die Falte zur Wange, die Linie zwischen Nasenrücken und Seitenwand. Eine Narbe, die entlang einer solchen Grenze verläuft, liest das Auge als Schatten und übersieht sie. Dieselbe Narbe mitten auf einer Fläche fällt dauerhaft auf. Deshalb rekonstruieren wir, wo es möglich ist, in ganzen ästhetischen Einheiten — auch wenn dafür etwas mehr Gewebe ersetzt werden muss, als der Defekt selbst groß ist.

Beurteilung von Hautbeschaffenheit und Defektgrenzen an der Nase — Kuzbari Zentrum Wien
Auf einen Blick

Wiederherstellende Nasenchirurgie — Eckdaten

Ziel Wiederherstellung von Form und Funktion nach Verlust oder Schädigung
Operation Eigener OP-Trakt im Kuzbari Zentrum
Dauer der Operation 1 – 4 Stunden bei ausgedehnten Defekten länger
Anzahl der Schritte Ein Eingriff bei kleinen Defekten, mehrere bei größeren
Aufenthalt In der Regel 1 Nacht stationär
Material Körpereigener Knorpel aus Nasenscheidewand, Ohrmuschel oder Rippenbereich
Narbenreifung 1 – 2 Jahre
Spezialisten Kuzbari, Grill, Wittmann
Angeborene Fehlbildungen

Korrekturen, die mit dem Leben mitwachsen.

Angeborene Veränderungen der Nase reichen von einer ausgeprägten Asymmetrie bis zur Nasenbeteiligung bei einer Spaltbildung. Was sie vom Unfall- oder Tumorfall unterscheidet: Es gibt kein Vorher, an dem man sich orientieren könnte — und es gibt eine lange gemeinsame Geschichte mit dem eigenen Gesicht.

Bei einer Nasenbeteiligung im Rahmen einer Spaltbildung ist typischerweise eine Seite betroffen: Der Nasenflügel steht flacher und breiter, die Nasenspitze weicht ab, der Nasensteg steht schräg, und die Nasenöffnung ist auf dieser Seite häufig enger. Weil Weichteile, Knorpel und knöcherne Basis gemeinsam betroffen sind, wird in mehreren Schritten gearbeitet — abgestimmt auf das Wachstum, auf die schulische und berufliche Situation und darauf, was im jeweiligen Lebensabschnitt wirklich ansteht.

Eine abschließende Korrektur erfolgt in der Regel nach Abschluss des Gesichtswachstums. Sie verbindet dann meist mehrere Ziele: die Symmetrie der Nasenspitze, die Stellung des Nasenstegs, die Form des Nasenflügels und die Weite des Atemwegs auf der betroffenen Seite. Wir stabilisieren die Nasenspitze dabei konsequent knorpelgestützt, weil Narbenzug in solchen Nasen besonders ausgeprägt ist.

Und auch im Erwachsenenalter ist eine Korrektur gut möglich. Viele Patientinnen und Patienten kommen erst dann — weil sie sich als Erwachsene selbst dafür entscheiden. Das ist ein guter Zeitpunkt.

Nach Hautkrebs

Wie die Rekonstruktion auf die Tumorbehandlung folgt.

Die Nase ist eine der häufigsten Stellen für hellen Hautkrebs, weil sie zeitlebens der Sonne ausgesetzt ist. Für Betroffene bedeutet das eine doppelte Belastung: die Diagnose selbst und ein Defekt mitten im Gesicht.

Die Reihenfolge ist eindeutig. Zuerst muss der Tumor vollständig entfernt und das Ergebnis der Gewebeuntersuchung gesichert sein. Erst danach wird rekonstruiert. Das ist nicht verhandelbar — eine Rekonstruktion über verbliebenem Tumorgewebe wäre ein schwerer Fehler. Manchmal bedeutet das, einen Defekt einige Tage offen und versorgt zu lassen, bis der Befund vorliegt. Wir bereiten Sie darauf vor, damit dieser Zwischenzustand nicht überrascht.

Dann wird geplant, nicht improvisiert. Die Größe und die Lage des Defekts, die betroffenen Schichten und die Beschaffenheit der umliegenden Haut bestimmen das Konzept. Liegt der Defekt an der Nasenspitze oder am Nasenflügel, wird häufig in ganzen ästhetischen Einheiten rekonstruiert — weil Narben entlang natürlicher Grenzen kaum auffallen und mitten auf einer Fläche immer.

Die Zusammenarbeit. Bei Tumorerkrankungen stimmen wir uns mit den behandelnden Dermatologinnen, Dermatologen und Onkologen ab. Jede und jeder bringt ein, wofür sie oder er zuständig ist — und der Behandlungsplan wird gemeinsam festgelegt, nicht nacheinander improvisiert.

Und wir nehmen uns Zeit für das, was hinter dem Befund steht. Patientinnen und Patienten kommen in dieser Situation selten nur mit einer chirurgischen Frage.

Nach einem Unfall

Was sofort zählt und was später geplant wird.

Nach einem Unfall gilt es, zwei Dinge zu unterscheiden: die Akutversorgung und die Rekonstruktion.

Akut zählt vor allem eines — ob sich Blut zwischen Knorpel und Schleimhaut der Nasenscheidewand gesammelt hat. Geschieht das, wird der Knorpel von seiner Ernährung abgeschnitten und kann innerhalb von Tagen zugrunde gehen. Das ist einer der wenigen echten Notfälle der Nasenchirurgie und eine häufige Ursache dafür, dass eine Nase Wochen später einsinkt. Wer nach einem Stoß auf die Nase plötzlich auf beiden Seiten keine Luft mehr bekommt, sollte das rasch abklären lassen.

Geplant wird alles Weitere. Ist die akute Phase vorbei, gibt es keinen Zeitdruck: Rekonstruiert wird, wenn das Gewebe verheilt und die Situation stabil ist. Eine geplante Korrektur führt in der Regel zu einem präziseren Ergebnis als eine Sofortmaßnahme, weil sich Schwellung, Narbenbildung und der tatsächliche Verlust an Struktur erst mit der Zeit zeigen.

Typische Folgen, die wir dann korrigieren: ein versetzt zusammengewachsener Nasenknochen, eine eingeknickte Nasenscheidewand mit behinderter Atmung, ein eingesunkener Nasenrücken und Narben, die die Kontur verziehen. Häufig hängt alles zusammen und wird in einem Konzept behandelt.

Planung einer Nasenrekonstruktion — Kuzbari Zentrum Wien

Für Ihr Erstgespräch

Fragen, die bei einer Rekonstruktion wichtig sind

  • Welche der drei Schichten — Auskleidung, Gerüst, Hülle — fehlt bei mir?
  • Woher kommt das Gewebe für jede dieser Schichten?
  • In wie vielen Schritten wird gearbeitet, und wie lange dauert es insgesamt?
  • Wie sehe ich zwischen den einzelnen Schritten aus?
  • Wo werden die Narben verlaufen?
  • Wird das Gerüst mit aufgebaut, auch wenn der Defekt äußerlich wirkt?
  • Bleibt meine Nasenatmung erhalten?
  • Was bedeutet eine Bestrahlung in meiner Vorgeschichte für die Heilung?
  • Was kann ich selbst zum Gelingen beitragen?
  • Wer ist erreichbar, wenn zwischen den Schritten etwas unklar ist?
Was enthalten ist

Ihre Rekonstruktion von Anfang bis Ende

Vor dem ersten Eingriff

  • Ausführliches Erstgespräch, unverbindlich
  • Befundaufnahme von außen und von innen
  • Abstimmung mit den behandelnden Fachärztinnen und Fachärzten
  • Vollständiges Gesamtkonzept mit allen Schritten und Wartezeiten
  • Vectra-3D-Simulation, wo sie sinnvoll ist
  • Schriftlicher Kostenvoranschlag

Während der Behandlung

  • Eigener Operationssaal im Kuzbari Zentrum
  • Rekonstruktion aller betroffenen Schichten
  • Körpereigener Knorpel als erste Wahl für das Gerüst
  • Knorpelgestützte Stabilisierung der Nasenspitze
  • Kontrolltermine zwischen den einzelnen Schritten
  • Durchgehende Erreichbarkeit Ihrer Operateurin oder Ihres Operateurs

Danach

  • Feinschliff als eigener, fest eingeplanter Schritt
  • Narbenbegleitung über ein bis zwei Jahre
  • Klare Empfehlungen zum Sonnenschutz
  • Fotodokumentation des gesamten Verlaufs
  • Sämtliche Kontrolltermine bis zum Endergebnis inklusive

Kosten und Finanzierung →

Häufig gestellte Fragen

Antworten zur wiederherstellenden Nasenchirurgie

Wie viele Operationen brauche ich?

Kleine Defekte lassen sich häufig in einem Eingriff versorgen. Größere Rekonstruktionen erfolgen in mehreren Schritten mit Wartezeiten dazwischen, weil verlagertes Gewebe Wochen braucht, um eigene Gefäßverbindungen aufzubauen. Ein typischer Weg umfasst Aufbau, Trennung der Gewebebrücke und Feinschliff. Den vollständigen Plan legen wir vor dem ersten Eingriff offen.

Warum müssen drei Schichten rekonstruiert werden?

Weil eine Nase aus Auskleidung, Gerüst und Hülle besteht und jede Schicht eine Aufgabe hat. Fehlt die Auskleidung, zieht sich das Gewebe zusammen und der Atemweg verengt sich. Fehlt das Gerüst, wird der Nasenflügel über Monate nach innen gezogen. Fehlt die Hülle, ist der Defekt sichtbar. Wird eine Schicht übersprungen, hält das Ergebnis nicht.

Was ist eine Lappenplastik?

Dabei wird Haut aus der Nachbarschaft an die Nase verlagert, ohne sie vollständig von ihrer Blutversorgung zu trennen — das verlagerte Gewebe bringt seine eigene Durchblutung mit. Das ist der Grund, warum es bei größeren Defekten zuverlässiger einheilt als ein freies Hauttransplantat, und zugleich der Grund für die mehrzeitige Vorgehensweise: Die Gewebebrücke wird erst getrennt, wenn am neuen Ort eigene Gefäße gewachsen sind.

Woher kommt der Knorpel für das Gerüst?

Aus der Nasenscheidewand, der Ohrmuschel oder dem Rippenbereich. Ohrknorpel ist von Natur aus gebogen und eignet sich besonders für Nasenflügel und Nasenspitze; Rippenknorpel liefert Menge und Festigkeit für tragende Anteile. Körpereigenes Material wird als eigenes Gewebe angenommen und wächst ein — es bleibt kein Fremdkörper unter der Haut. Individuell gefertigte Implantate setzen wir nur in ausgewählten Situationen ein und sprechen das ausdrücklich ab.

Wie auffällig bleiben die Narben?

Narben bleiben sichtbar — sie werden unauffällig, aber nicht unsichtbar. Das versprechen wir nicht. Was wir tun, um sie so unauffällig wie möglich zu halten: Wir legen sie entlang natürlicher Grenzen und rekonstruieren, wo möglich, in ganzen ästhetischen Einheiten. Über ein bis zwei Jahre reifen Narben nach und verblassen; konsequenter Sonnenschutz in dieser Zeit ist der wichtigste Beitrag von Ihrer Seite.

Wann kann nach einer Hautkrebsentfernung rekonstruiert werden?

Erst wenn der Tumor vollständig entfernt und das Ergebnis der Gewebeuntersuchung gesichert ist. Das ist nicht verhandelbar. Manchmal bedeutet das, einen Defekt einige Tage versorgt offen zu lassen, bis der Befund vorliegt — wir bereiten Sie darauf vor, damit dieser Zwischenzustand nicht überrascht.

Spielt es eine Rolle, ob ich rauche?

Ja, und zwar mehr als bei jedem anderen Eingriff an der Nase. Nikotin verschlechtert die Durchblutung verlagerten Gewebes erheblich — und die Durchblutung entscheidet darüber, ob eine Rekonstruktion einheilt. Es ist der wichtigste Punkt, den Sie selbst beeinflussen können, und wir sprechen ihn im Erstgespräch offen an.

Was, wenn ich bestrahlt wurde?

Bestrahltes Gewebe ist schlechter durchblutet und heilt langsamer. Das schließt eine Rekonstruktion nicht aus, verändert aber die Planung: Wir wählen Gewebe mit eigener, kräftiger Durchblutung, kalkulieren längere Wartezeiten ein und gehen kleinschrittiger vor. Erzählen Sie uns deshalb unbedingt von einer Bestrahlung in Ihrer Vorgeschichte.

Bleibt meine Nasenatmung erhalten?

Das ist ein ausdrückliches Ziel jeder Rekonstruktion. Deshalb bauen wir Auskleidung und Gerüst auch dann mit auf, wenn der Defekt äußerlich wirkt: Ohne Auskleidung verengt sich der Atemweg durch Schrumpfung, ohne Gerüst wird der Nasenflügel beim Einatmen nach innen gezogen. Ein rein hautdeckender Verschluss sieht anfangs unauffällig aus und führt über Monate zu genau diesen Problemen.

Wird die Nase wieder genau wie vorher?

Nein — eine rekonstruierte Nase ist nicht identisch mit der ursprünglichen. Verlagertes Gewebe behält teilweise die Eigenschaften seiner Herkunft in Farbe und Struktur, und das Gefühl in der rekonstruierten Haut bleibt häufig dauerhaft verändert. Das Ziel ist ein Ergebnis, bei dem der Blick des Gegenübers nicht mehr an der Nase hängen bleibt. Für die meisten Patientinnen und Patienten ist genau das der entscheidende Punkt.

Werden auch angeborene Fehlbildungen korrigiert?

Ja. Dazu gehören asymmetrische Nasen und Nasenbeteiligungen bei Spaltbildungen. Solche Korrekturen erfolgen häufig in mehreren Schritten über Jahre hinweg — abgestimmt auf das Wachstum und auf die Lebenssituation. Auch im Erwachsenenalter ist eine Korrektur gut möglich.

Kann eine bereits voroperierte Nase rekonstruiert werden?

Ja. Vier von zehn Nasenoperationen im Kuzbari Zentrum sind Zweitoperationen an einer bereits voroperierten Nase. Für diese Eingriffe braucht es besondere Erfahrung: Das Gewebe ist vernarbt, Knorpel fehlt mitunter, und die Ausgangslage ist bei jeder Patientin eine andere. Wir nehmen solche Fälle bewusst an — rekonstruktiv steht dabei Aufbau im Vordergrund, nicht Reduktion.

Warum der Aufwand

Ein Ergebnis, das Bestand hat.

Erstberatung mit dreidimensionaler Simulation, eine Technik, die zu Ihrer Nase passt, und eine Operationszeit, die sich nach dem Befund richtet — dieser Aufwand ist der Grund, warum eine Nasenkorrektur bei uns ihren Preis hat. Er ist auch der Grund, warum das Ergebnis halten soll: ein Leben lang, nicht ein paar Jahre.

Ihre Spezialisten

Drei Chirurgen für Ihre Nasen­rekonstruktion

  • Univ.-Doz. Dr. Rafic Kuzbari

    Univ.-Doz. Dr. Rafic Kuzbari

    Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie

    Über 30 Jahre Erfahrung, gilt international als Experte für Revisionseingriffe und komplexe Nasenkorrekturen.

  • Dr. Christoph Grill

    Dr. Christoph Grill

    Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie

    Spezialist für ästhetische und funktionelle Nasenkorrekturen mit Fokus auf natürliche Ergebnisse.

  • DDr. Jessica Wittmann

    DDr. Jessica Wittmann

    Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

    Verbindet das chirurgische und das ästhetische Auge: präzise Nasenchirurgie mit Sinn für harmonische Proportionen.

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In der Erstberatung über eine Stunde — wir hören zu, simulieren in 3D, erklären den Ablauf und drängen niemals zu einer Operation.