Nasenatmung und Form: Wenn beides korrigiert wird
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Nasenatmung und Form: Wenn beides korrigiert wird

Eine behinderte Nasenatmung und eine Nasenform, die stört, lassen sich in einem Eingriff korrigieren. Drei Fälle aus dem Kuzbari Zentrum zeigen, was dabei an Nasenscheidewand und Nasenmuscheln passiert.

Viele Patientinnen und Patienten kommen mit zwei Anliegen zugleich: Die Nase soll besser aussehen, und sie soll endlich frei durchgängig sein. Beides lässt sich in einem Eingriff verbinden — eine Narkose, eine Operation, eine Heilungsphase.

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  • Ein Eingriff für beides: Funktionelle und ästhetische Korrektur werden gemeinsam geplant und gemeinsam operiert.
  • Funktion zuerst: Nasenscheidewand, Nasenmuscheln und Nasenklappe werden bearbeitet, bevor an der Form gearbeitet wird.
  • Form kann Funktion verändern: Eine zu stark verschmälerte Nase kann die Atmung verschlechtern — deshalb die Reihenfolge.
  • Drei Fälle: mit Höcker und Schiefstellung, mit einseitiger Verlegung, mit Nasenmuschelbehandlung.

Warum Nasenatmung und Form zusammengehören

Die Nase ist nicht nur ein Gesichtsmerkmal, sondern ein Atemweg. Was ihre Form bestimmt — die Nasenscheidewand in der Mitte, die Seitenwände, die Flügelknorpel — bestimmt zugleich, wie viel Luft hindurchpasst.

Daraus folgen zwei Dinge. Erstens: Wer eine behinderte Nasenatmung hat, hat häufig auch eine Form, die davon erzählt — eine Schiefstellung etwa ist von außen sichtbar und innen spürbar. Zweitens: Jede Veränderung der Form verändert die Atemwege mit. Eine Nase, die ohne Rücksicht auf die Funktion verschmälert wird, kann nach der Operation schlechter durchgängig sein als davor.

Im Kuzbari Zentrum wird deshalb in einer festen Reihenfolge gearbeitet: zuerst Begradigung der Nasenscheidewand, Behandlung der Nasenmuscheln und Stabilisierung der Nasenklappe — dann die Form. Mehr zu den funktionellen Anteilen steht auf der Seite Nasenfunktion; den grundsätzlichen Zusammenhang haben wir im Beitrag Funktionelle Nasenkorrektur beschrieben.

Fall 1: Nasenkorrektur, 23 Jahre — Atmung seit der Kindheit eingeschränkt

Die Patientin hatte seit ihrer Kindheit eine deutlich eingeschränkte Nasenatmung. Ästhetisch störten sie der Höcker, der ohne zu tiefes Absenken des Nasenrückens reduziert werden sollte, die etwas zu lange Spitze, ungleiche Nasenlöcher und die von vorne sichtbare Schiefstellung.

Durchgeführt wurde eine offene Septorhinoplastik.

Vorher: Frontalansicht mit sichtbarer Schiefstellung der Nase

Nachher: Frontalansicht nach der Nasenkorrektur

Dieser Fall zeigt den Zusammenhang besonders deutlich. Die von vorne sichtbare Schiefstellung und die ungleichen Nasenlöcher sind nicht nur ästhetische Befunde — sie deuten auf eine Nasenscheidewand hin, die nicht gerade steht. Dieselbe Struktur, die das Gesicht asymmetrisch wirken lässt, verengt innen eine Seite.

Bemerkenswert ist der zweite Teil der Aufgabenstellung: Der Höcker sollte reduziert werden, aber ohne zu tiefes Absenken des Nasenrückens. Das ist eine präzise Vorgabe und genau die Art von Detail, die in der Erstberatung an der 3D-Simulation festgelegt wird — nicht erst im Operationssaal.

→ Zum vollständigen Fall mit allen drei Ansichten

Fall 2: Nasenkorrektur, 39 Jahre — eine Seite dauerhaft verlegt

Die Patientin war seit etwa zehn Jahren durch Form und Funktion ihrer Nase beeinträchtigt, die linke Seite war oft verlegt. Sie wünschte sich eine kürzere, gerade, schlanke Nase mit weniger hervorstehendem Nasensteg.

Durchgeführt wurde eine offene Septorhinoplastik.

Vorher: Profil vor der funktionellen und ästhetischen Nasenkorrektur

Nachher: Profil nach der Nasenkorrektur

Eine einseitig verlegte Nase ist ein typischer Befund. Die Ursache liegt häufig an der Nasenscheidewand, die zu einer Seite abweicht, oder an den unteren Nasenmuscheln, die auf der engeren Seite zusätzlich Platz wegnehmen.

Dass die Beschwerden zehn Jahre bestanden, ist ebenfalls typisch. Viele Menschen gewöhnen sich an eine eingeschränkte Nasenatmung und nehmen sie erst dann als Einschränkung wahr, wenn sie weg ist — beim Schlafen, beim Sport, beim Sprechen.

→ Zum vollständigen Fall mit allen drei Ansichten

Fall 3: Nasenkorrektur, 34 Jahre — rechte Seite häufig verstopft

Die Patientin war durch Form und Funktion ihrer Nase beeinträchtigt; die rechte Seite war häufig verstopft. Ästhetisch störten sie die zu lange, beim Lachen hängende Nasenspitze und die Breite knapp oberhalb der Spitze.

Durchgeführt wurde eine offene Septorhinoplastik.

Vorher: Profil mit hängender Nasenspitze

Nachher: Profil nach der Nasenkorrektur

Hier kommt ein Punkt dazu, der die Reihenfolge erklärt: die Breite knapp oberhalb der Spitze. Genau in diesem Bereich liegt die innere Nasenklappe — die engste Stelle des gesamten Atemwegs, dort, wo die Seitenwand auf die Nasenscheidewand trifft.

Wird eine Nase in diesem Bereich verschmälert, ohne dass die Klappe stabilisiert wird, kann die Atmung danach schlechter sein als vorher. Deshalb wird bei uns die Klappe gestützt, bevor die Breite verändert wird — auch dann, wenn die Patientin über keine Atembeschwerden klagt.

→ Zum vollständigen Fall mit allen drei Ansichten

Was innen passiert — die drei Ansatzpunkte

Struktur Was gemacht wird Wirkung
Nasenscheidewand Begradigung; ein tragender Randstreifen bleibt stehen Öffnet die verengte Seite
Untere Nasenmuscheln Verkleinerung oder Lateralisation (Verlagerung zur Seite) Mehr Platz im unteren Nasengang
Innere Nasenklappe Stabilisierung mit körpereigenem Knorpel Verhindert das Einfallen beim Einatmen

Bei einer 25-jährigen Patientin, die sich eine Verfeinerung der Nasenform und eine bessere Nasenatmung wünschte, wurde eine offene Septorhinoplastik mit Lateralisation der unteren Nasenmuscheln durchgeführt — ein Beispiel dafür, dass auch die Nasenmuscheln ein eigener Ansatzpunkt sind. → Zum Fall

Der Knorpel für die Stabilisierung stammt in der Regel aus der Nasenscheidewand selbst. Er wird bei der Begradigung ohnehin gewonnen und steht damit im selben Eingriff zur Verfügung.

Was bei der Nasenscheidewand stehen bleibt

Eine Begradigung der Nasenscheidewand ist kein Entfernen, sondern ein Umbauen — und dieser Unterschied ist für die Form entscheidend.

Die Nasenscheidewand trennt nicht nur die beiden Nasenhälften, sie trägt auch. Ihre vordere Kante hält die Nasenspitze von unten, ihr oberer Rand stützt den Nasenrücken. Wird bei einer Begradigung zu viel entnommen, verliert die Nase diese Stütze: Der Rücken kann einsinken, die Spitze absacken.

Deshalb bleibt bei uns immer ein tragender Randstreifen stehen. Begradigt und entnommen wird nur aus dem inneren Bereich — dort, wo die Nasenscheidewand keine Stützfunktion hat. Der gewonnene Knorpel ist zugleich das Material, aus dem Nasenklappe und Nasenspitze stabilisiert werden.

So wird derselbe Operationsschritt doppelt genutzt: Er öffnet den Atemweg und liefert das Material, mit dem die Form gestützt wird. Dass die Menge begrenzt ist und bei einer Zweitoperation oft schon aufgebraucht, ist einer der Gründe, warum Funktion und Form besser gemeinsam operiert werden.

Ein Eingriff statt zwei

Die Alternative wäre, Funktion und Form getrennt zu operieren. Davon raten wir ab, und zwar aus zwei Gründen.

Praktisch bedeutet eine gemeinsame Operation: eine Narkose, eine Operation, eine Heilungsphase. Zwei getrennte Eingriffe hieße zweimal Ausfallzeit, zweimal Schwellung, zweimal Abwarten.

Fachlich ist das Argument noch gewichtiger. Wird zuerst die Funktion operiert und später die Form, muss beim zweiten Eingriff durch vernarbtes Gewebe gearbeitet werden — und der Knorpel aus der Nasenscheidewand, der für die Formarbeit gebraucht würde, ist beim ersten Eingriff möglicherweise schon verbraucht.

Häufige Fragen

Woran merke ich, ob meine Atmung wirklich eingeschränkt ist? Typische Hinweise sind Schnarchen, trockener Mund am Morgen, Luftnot beim Sport und das Gefühl, dass eine Seite dauerhaft enger ist. Wer es seit Jahren kennt, hält es oft für normal. In der Erstberatung wird die Nase innen untersucht, unabhängig davon, warum Sie gekommen sind.

Wird eine funktionelle Korrektur immer gemeinsam mit der Form gemacht? Nein. Eine rein funktionelle Operation ist möglich, wenn die Form passt. Umgekehrt wird bei jeder ästhetischen Nasenkorrektur die Funktion mit beurteilt — weil die Formarbeit die Atemwege sonst verengen könnte.

Ist die Operation dadurch länger? Die Operationsdauer liegt je nach Verfahren zwischen etwa anderthalb und vier Stunden; funktionelle Anteile sind darin enthalten. Wir geben die Dauer bewusst als Spanne an, weil erst unter Sicht feststeht, wie viel Arbeit die einzelnen Schritte tatsächlich brauchen.

Ihr nächster Schritt

Wenn Sie schlecht durch die Nase atmen und zugleich mit der Form unzufrieden sind, besprechen wir beides in einem Termin. Vereinbaren Sie Ihren unverbindlichen Beratungstermin oder rufen Sie uns unter +43 1 358 28 85 an. Weitere funktionelle und ästhetische Fälle finden Sie in den Erfahrungsberichten.

Autor: Dr. Christoph Grill

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Univ.-Doz. Dr. Rafic Kuzbari

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Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie

Dr. Christoph Grill

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Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie

DDr. Jessica Wittmann

DDr. Jessica Wittmann

Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

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