Das Projectometer: gemessen, nicht geschätzt
Bei einer Nasen-OP entscheiden Millimeter. DDr. Jessica Wittmann misst Projektion der Nasenspitze und Höhe des Nasenrückens während der Operation mit dem Projectometer — und gleicht sie mit dem Plan aus der 3D-Simulation ab.
Bei einer Nasen-OP entscheiden Millimeter darüber, ob ein Profil harmonisch wirkt. Die Frage ist, wie man im Operationssaal sicherstellt, dass der geplante Millimeter auch der umgesetzte ist. DDr. Jessica Wittmann arbeitet dafür mit einem Messinstrument statt mit dem Augenmaß.
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- Was es ist: Ein feines Messinstrument aus Edelstahl mit Millimeterskala, verstellbarem Arm und Winkelmesser, das im sterilen Feld direkt an die Nase angelegt wird.
- Was es misst: Wie weit die Nasenspitze nach vorne steht (Projektion) und wie hoch der Nasenrücken liegt.
- Wie es eingesetzt wird: Ausgangswert vor dem ersten Schritt, erneute Messung nach jedem weiteren Schritt, Abgleich mit dem Plan aus der 3D-Simulation.
- Was es nicht ist: Keine Entscheidungshilfe und kein Ergebnisversprechen. Das Instrument kontrolliert die Planung, es ersetzt sie nicht.
Warum bei einer Nasen-OP gemessen wird
Eine Nasenkorrektur ist eine Operation, die in sehr kleinen Schritten geschieht. Ein Nasenrücken wird nicht um Zentimeter abgesenkt, sondern um wenige Millimeter. Eine Nasenspitze wird nicht sichtbar hochgezogen, sondern um einen Betrag rotiert, der auf dem Operationstisch kaum auffällt — im Spiegel aber den Unterschied zwischen „stimmt" und „stimmt nicht ganz" ausmacht.
Dazu kommt eine Besonderheit der Nasenchirurgie: Während der Operation liegt die Patientin auf dem Rücken, das Gewebe ist geschwollen, die Haut ist vom Gerüst gelöst. Die Nase sieht in diesem Zustand anders aus als später im Stehen. Das Augenmaß allein arbeitet also unter erschwerten Bedingungen.
Genau hier setzt das Projectometer an. Es liefert eine Zahl, und Zahlen verändern sich nicht mit der Lagerung.
Was das Projectometer ist und was es erfasst
Das Projectometer ist ein feines Messinstrument aus Edelstahl, das im sterilen Feld direkt an der Nase angelegt wird. Es trägt eine Millimeterskala, einen verstellbaren Arm und einen Winkelmesser und erfasst damit die beiden Werte, die das Profil einer Nase bestimmen:
- die Projektion der Nasenspitze — wie weit die Spitze von der Gesichtsebene nach vorne steht
- die Höhe des Nasenrückens — wie hoch die Rückenlinie über dieser Ebene liegt
Beide Werte zusammen beschreiben das Profil als Geometrie, nicht als Eindruck. Beschrieben ist das Vorgehen wissenschaftlich unter anderem bei Ching, Standiford und Wong, „Long-Term Outcomes of Projectometer Measurements During Rhinoplasty", erschienen 2025 in Facial Plastic Surgery & Aesthetic Medicine.
Wie DDr. Wittmann damit im Operationssaal arbeitet
Der Ablauf ist einfach und wiederholt sich über die gesamte Operation.
| Zeitpunkt | Was gemessen wird |
|---|---|
| Vor dem ersten Schritt | Ausgangswert für Projektion und Rückenhöhe |
| Nach dem Absenken des Nasenrückens | Neue Rückenhöhe — stimmt sie mit dem Plan überein? |
| Nach dem Setzen einer Stütze an der Spitze | Neue Projektion — ist die Spitze im geplanten Ausmaß angehoben? |
| Nach weiteren Korrekturschritten | Erneute Kontrolle beider Werte |
| Vor dem Verschluss | Abschließender Abgleich mit dem Plan aus der 3D-Simulation |
Noch vor dem ersten Schritt nimmt DDr. Wittmann den Ausgangswert ab. Nach jedem weiteren Schritt misst sie erneut und vergleicht die Zahl mit dem Plan, der in der Erstberatung an der Vectra-3D-Simulation entstanden ist. Ob der Nasenrücken im geplanten Ausmaß reduziert und die Nasenspitze entsprechend angehoben wurde, steht damit im Operationssaal als Messwert fest — und nicht erst Wochen später vor dem Spiegel.
Der Bogen von der Simulation in den Operationssaal
Im Kuzbari Zentrum beginnt jede Nasenkorrektur am Bildschirm. In der Erstberatung, die über eine Stunde dauert, wird Ihre Nase vermessen, fotografiert und dreidimensional dargestellt. Sie sehen aus mehreren Perspektiven, wie ein mögliches Ergebnis aussehen könnte, und entscheiden mit, in welche Richtung geplant wird.
Diese Simulation hat eine Lücke, die ehrlicherweise benannt gehört: Sie zeigt ein Ziel, aber sie garantiert nicht, dass es im Operationssaal auch getroffen wird. Zwischen Plan und Umsetzung liegt die Operation selbst.
Das Projectometer schließt genau diese Lücke. Der Plan bekommt Zahlen, und die Zahlen werden während der Operation überprüft. Aus „so soll es aussehen" wird „so viele Millimeter sind es geworden".
Warum Projektion und Rückenhöhe das Profil bestimmen
Dass genau diese beiden Werte gemessen werden, hat einen Grund. Ein Nasenprofil lässt sich auf eine einfache Geometrie zurückführen: eine Linie vom Übergang der Stirn zur Nase bis zur Spitze, und eine Spitze, die an deren Ende unterschiedlich weit nach vorne steht.
Verändert man nur die Rückenhöhe, verschwindet der Höcker, aber die Spitze bleibt dort, wo sie war — relativ zum abgesenkten Rücken wirkt sie dadurch prominenter. Verändert man nur die Projektion, rückt die Spitze näher ans Gesicht, der Höcker darüber tritt aber umso deutlicher hervor.
Das Profil entsteht also erst aus dem Verhältnis beider Werte zueinander. Genau deshalb wird nach jedem Schritt beides gemessen, nicht nur der Wert, an dem gerade gearbeitet wurde. Eine Absenkung des Nasenrückens um einen bestimmten Betrag verändert die wahrgenommene Projektion mit — ohne dass an der Spitze etwas getan wurde.
Im Operationssaal ist diese Wechselwirkung schwer zu beurteilen, weil die Patientin liegt und das Gewebe geschwollen ist. Als Zahlenpaar ist sie eindeutig.
Was das Instrument nicht leistet
Diese Einordnung ist uns wichtig, weil Technik in der ästhetischen Chirurgie gern größer gemacht wird, als sie ist.
Das Projectometer trifft keine Entscheidung. Es sagt nicht, wie hoch ein Nasenrücken liegen soll oder wie weit eine Spitze stehen darf. Diese Entscheidung entsteht aus der Untersuchung, aus den Proportionen Ihres Gesichts und aus dem Gespräch mit Ihnen — und sie bleibt die Leistung der Operateurin. Das Instrument kontrolliert sie.
Es ist auch kein Ergebnisversprechen. Eine Nase, die im Operationssaal exakt dem Plan entspricht, durchläuft danach noch Monate der Schwellung und Gewebeanpassung. Was das Projectometer leistet, ist Nachvollziehbarkeit: Es macht überprüfbar, ob das, was im Operationssaal geschieht, dem entspricht, was Sie vorher am Bildschirm gesehen haben.
Und es ist, wie das Piezotom für die Knochenarbeit, ein Werkzeug für einen Teilschritt — nicht eine eigene Methode der Nasenkorrektur. Welche Methoden es gibt und wie sie sich unterscheiden, lesen Sie auf der Seite Operationsmethoden.
Wer damit arbeitet
Im Kuzbari Zentrum arbeitet DDr. Jessica Wittmann bei ihren Nasenoperationen mit dem Projectometer. Sie hat 2026 gemeinsam mit Dr. Christoph Grill ein Fellowship in Brasilien absolviert, mit Schwerpunkt auf dicker Haut und ethnischen Nasenformen — mehr dazu im Beitrag Fellowship in Brasilien.
Die übrigen Elemente der Operation sind bei allen Nasenkorrekturen im Haus gleich: Piezotom für die Knochenarbeit, knorpelgestützte Stabilisierung der Spitze, nasenrückenerhaltende Technik, wo der Befund sie erlaubt, Kontrolltermine über das gesamte erste Jahr und eine Notfallnummer mit 24-Stunden-Erreichbarkeit in den Tagen nach dem Eingriff.
Häufige Fragen
Verlängert das Messen die Operation? Der einzelne Messvorgang dauert nur wenige Augenblicke. Dass eine Nasenkorrektur Zeit braucht, liegt an etwas anderem: an der Kontrolle aus mehreren Blickwinkeln und an den vielen kleinen Schritten an der Nasenspitze. Die Operationsdauer wird bei uns bewusst als Spanne angegeben und nicht als fixe Zahl.
Bekomme ich meine Messwerte zu sehen? Was im Operationssaal gemessen und erreicht wurde, besprechen wir bei den Kontrollterminen. Verständlicher als die Zahl selbst ist dabei meist der Vergleich mit der Simulation aus der Erstberatung.
Gilt das für jede Nasenoperation im Haus? Das Projectometer setzt DDr. Jessica Wittmann bei ihren Nasenoperationen ein. Die 3D-Simulation als Planungsgrundlage, das Piezotom und die knorpelgestützte Spitzenstabilisierung gehören zum Standard bei allen Nasenkorrekturen im Kuzbari Zentrum.
Ihr nächster Schritt
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Profil in Zahlen aussieht und was sich daran verändern lässt, vereinbaren Sie Ihren unverbindlichen Beratungstermin oder rufen Sie uns unter +43 1 358 28 85 an. Im Erstgespräch nehmen wir uns über eine Stunde Zeit — mit Untersuchung, Vectra-3D-Simulation und einer offenen Einschätzung, was bei Ihrer Nase möglich ist.